„Um der kulturellen Verarmung der Region entgegenwirken zu können, ist die Verleihung des Titels Kulturhauptstadt Europas 2018 mehr denn je notwendig.“ Mit diesen Worten reagierte der Vorstandsvorsitzende der Stichting MCH2018 auf die Sparpläne der niederländischen Regierung im Kulturbereich.
Der niederländische Staatssekretär für Kultur, Halbe Zijlstra, will rund 26% des Kulturetats streichen, aber das dabei angewendete Verfahren würde in Maastricht und Südlimburg zu Kürzungen von sage und schreibe 75% führen. In Maastricht schlugen die Pläne hohe Wellen. Wenn diese umgesetzt werden, wird die kulturelle Infrastruktur der Stadt mehr als halbiert. Das in Maastricht vorhandene natürliche Netzwerk von Ausbildungsinstituten, Produktionsstätten und festen Kultureinrichtungen würde vernichtet, die engen Bindungen zwischen Bevölkerung, Kulturschaffenden, Laien- und Berufskünstlern zerstört werden. Der Ruf Maastrichts als Kulturstadt würde untergraben und die Standortvorteile der Stadt erheblich geschwächt werden.
Der Staatsekretär will seine definitiven Pläne am 10. Juni bekannt geben. Bis dahin wird der Magistrat gemeinsam mit der Provinz und den Kultureinrichtungen für eine Änderung der unverhältnismäßigen und ungerechten Vorschläge plädieren. Auch die Partner Maastrichts bei der Bewerbung als Kulturhauptstadt – die Städte Aachen, Lüttich, Hasselt, Heerlen und Sittard-Geleen, die Provinzen Niederländisch-Limburg, Belgisch-Limburg und Lüttich sowie die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens – haben ihre großen Sorgen über die Auswirkungen der Pläne zum Ausdruck gebracht und fordern u.a. aus europäischer Sicht dazu auf, Maastricht nicht kulturell veröden zu lassen, sondern im Gegenteil zu stärken.
Die Sparvorhaben stehen zwar in nicht in direktem Zusammenhang mit der Kandidatur Maastrichts als Kulturhauptstadt, denn für die Finanzierung der Bewerbung wollen die Stadt Maastricht, die Provinz Niederländisch-Limburg und (über Interreg) die Partner aufkommen. In den nächsten Monaten soll auch die Wirtschaft mit ins Boot geholt werden. Die niederländische Regierung will erst nach der Wahl einer niederländischen Stadt zur Kulturhauptstadt über ihren Beitrag entscheiden. Im Augenblick wirken sich somit die Sparpläne nicht unmittelbar auf die Finanzierung der Kandidatur aus.
„Wenn die Pläne des niederländischen Staatssekretärs aber tatsächlich umgesetzt werden, wäre das für uns ein Signal, uns noch entschlossener für die Kandidatur von Maastricht und der Euregio einzusetzen“, so
Vorstandsvorsitzender Huub Smeets. „Für unsere Euregio wäre die Verleihung des Titels Kulturhauptstadt 2018 eine wichtige Waffe im Kampf gegen Überalterung und Bevölkerungsrückgang und für die Stärkung nicht nur der Kultur, sondern auch der Wissenswirtschaft, der Verkehrsverbindungen und öffentlichen Verkehrsmittel, des Tourismus und der Sozialstruktur. Deshalb setzen wir unsere Expedition in Zielrichtung Kandidatur mit verstärkter Kraft fort.“