Huub Smeets en Guido Wevers sollen Maastricht zur Kulturhauptstadt machen

14. Dezember 2010

Der Aufsichtsrat hat sich vorgenommen Huub Smeets, CEO des Immobilienfonds Vesteda, und Guido Wevers zu den Schrittmachern der Organisation zu machen, die die Kandidatur Maastrichts als Kulturhauptstadt Europas 2018 vorbereiten soll. Ihr wichtigster Auftrag lautet, im Jahr 2012 ein qualitativ hochwertiges, aus internationaler Sicht ansprechendes Bidbook zu präsentieren, mit dem Maastricht sich von den anderen Bewerberstädten abhebt. Auf der Grundlage dieses Bidbooks beurteilt eine internationale Jury die Kandidatur. 2014 wird dann bekannt gegeben, welche niederländische Stadt neben Malta Kulturhauptstadt Europas 2018 wird. Der Aufsichtsrat wird die Bestellung in seiner Dezembersitzung bestätigen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Jürgen Linden gab die Ernennung heute im Namen aller Partner der Kandidatur Maastrichts bekannt.
Huub Smeets übernimmt die Verantwortung für die gesamte Organisation der Kandidatur und insbesondere für die Erstellung des Bidbooks. Guido Wevers ist als Direktor für den künstlerischen Inhalt zuständig. Diese Aufgabe hatte er bereits als „Wegbereiter“ des Projekts für die Stadt Maastricht - nun wird er seine Arbeit im Namen aller Partner als Künstlerischer Direktor fortsetzen.

Huub Smeets (Maastricht, 1947) war nach seinem Jurastudium an der Rijksuniversiteit Utrecht aktiv an den Projekten zur Stadterneuerung in Maastricht und zur räumlich-wirtschaftlichen Entwicklung von Meerssen beteiligt. 1988 wurde er Leiter des Bereichs Stadtentwicklung und Liegenschaften in Maastricht. In dieser Funktion war er Hauptverantwortlicher für die Entwicklung großer Projekte. Beispiele sind das Céramique-Projekt und das Markt/Maas-Projekt.
Im Januar 2000 wurde er Geschäftsführer des Immobilienfonds Vesteda. Seit August 2006 ist er CEO des Unternehmens.
Unter der Leitung von Huub Smeets hat die Vesteda Groep sich stark entwickelt. In Rotterdam, Amsterdam, Voorburg, Eindhoven und Maastricht wurden attraktive Neubauprojekte entwickelt und das Unternehmen machte mit der Einführung neuer, luxus- und serviceorientierter Wohnkonzepte auf sich aufmerksam. Huub Smeets war stets Befürworter einer „kulturellen“ Produktion in der städtischen Erneuerung, wobei Architektur und städtebauliche Maßnahmen Aspekte wie wirtschaftlichen Wandel, Migrationsprobleme und die Vergreisung der Bevölkerung aufgreifen. Die Identität des Ortes, der öffentliche Raum, das Prinzip der „guten Auftraggeberschaft“ und die lokale Bevölkerung sind Ausgangspunkte dieses Ansatzes.

Vesteda ist zudem Initiator und Hauptsponsor des Nederlands Architectuur Instituut - Maastricht.

Im Februar 2011 legt er sein Amt als CEO bei Vesteda nieder. Er bleibt dem Unternehmen jedoch in beratender Funktion verbunden. Einen Teil seiner Zeit wird er in Zukunft dem Projekt Maastricht Kulturhauptstadt widmen.
Huub Smeets ist Mitglied des niederländischen Raad voor Cultuur und Vorsitzender der Stiftung Werner Mantz (Fotografie).

Guido Wevers (Maasmechelen, 1952) war nach seiner Ausbildung an der Maastrichter Schauspielschule zunächst als offizieller Berater für die Provinz Limburg sowie als freiberuflicher Regisseur tätig. 1986 wurde er künstlerischer Leiter des Tryater Friesland. 1989 gründete er in Maastricht das Kruis van Bourgondië (später Huis van Bourgondië), dessen künstlerische Leitung er auch übernahm. Neun Jahre später wurde er Direktor des Theaters ´t Arsenaal in Mechelen (B), bis er 2006 nach Maastricht zurückkehrte, um Direktor des Theater aan het Vrijthof zu werden. Seit einem Jahr ist er im Auftrag der Stadt Maastricht Wegbereiter für das Projekt Kulturhauptstadt. Gemeinsam mit seinem Team hat er unter dem Titel VIA2018 inzwischen den inhaltlichen Kurs festgelegt, der zu einer Kandidatur von internationaler Ausstrahlung führen soll.
Guido Wevers hat bei über 60 Produktionen Regie geführt. Er war aktives Mitglied vieler Kommissionen wie z.B. des niederländischen Bühnenkunstfonds. Seit Kurzem ist er Mitglied des Europäischen Kulturparlaments.

Gemeinsam werden Huub Smeets und Guido Wevers die Kandidatur Maastrichts als Kulturhauptstadt 2018 leiten, die vom Büro VIA2018 vorbereitet wird.
Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Jürgen Linden: „Mit der Ernennung dieser beiden Schrittmacher schaffen wir eine tatkräftige Organisation für die Entwicklung der Kandidatur Maastrichts als Kulturhauptstadt. Das ist für uns eine einzigartige Chance, die Euregio zu stärken und grenzüberschreitend zusammenzuarbeiten. Die Euregio wird sich als Modell für ein neues Europa präsentieren. Die Kulturhauptstadt bringt unserer Region viele Vorteile. Sie ermöglicht eine Stärkung des Kultursektors und eröffnet neue wirtschaftliche Perspektiven. Und somit kommt sie in wesentlichem Maße den Bürgern zugute.“  

Neben der Weiterentwicklung des künstlerisch-inhaltlichen Kurses zu konkreten Themen für das Bidbook und die Kandidatur werden die neuen Schrittmacher sich vor allem mit der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, der Schaffung von Rückhalt für das Vorhaben, der Einbeziehung der Kulturszene, der Lobbyarbeit und der Einrichtung einer entsprechenden Organisation befassen.

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Erläuterung:
Der Maastrichter Stadtrat hat Ende 2008 beschlossen, dass Maastricht sich um den Titel Kulturhauptstadt Europas 2018 bewerben wird. Die niederländische Provinz Limburg unterstützt die Kandidatur. Maastricht arbeitet im Rahmen dieses Projekts mit der Euregio Maas-Rhein zusammen. Eine gesunde Zukunft der Stadt hängt schließlich auch von der Bildung neuer Arbeitsgemeinschaften in der Euregio Maas-Rhein u.a. in den Bereichen Kultur, Wirtschaft, Transport und Verkehr, Bildung und räumliche Entwicklung ab. Der Kulturhauptstadttitel ist ein wichtiges Instrument, mit dem diese neuen Kooperationsstrukturen – über Landesgrenzen hinweg – gefördert werden können. Die Euregio kann so eine Vorbildfunktion für andere grenzüberschreitende Regionen in Europa übernehmen.
Deshalb ist die Kandidatur ein Gemeinschaftsprojekt mit den Städten Heerlen und Sittard-Geleen, Aachen, Lüttich und Hasselt, den Provinzen Niederländisch-Limburg, Belgisch-Limburg und Lüttich, der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens und dem Regio Aachen. Die Kandidatur bezieht so das gesamte Gebiet der Euregio Maas-Rhein ein - mit der Stadt Maastricht als Namensgeberin und Zugpferd. Gemeinsam haben die Partner am 25. November 2009 eine Absichtserklärung unterzeichnet, in der sie ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit bekunden. Mittlerweile haben die politischen Entscheidungsorgane aller Partner diese Absichtserklärung offiziell verabschiedet.
Wenn diese Organe (z.B. Provinzparlamente oder Stadträte) 2012 auch das Bidbook genehmigen, wird die Kandidatur offiziell bei der niederländischen Regierung eingereicht.
Danach folgt die Phase der Beurteilung. 2014 schließlich wird bekannt gegeben, welche niederländische Stadt den Titel tragen wird. Die Bewerbungen werden von einer internationalen Jury beurteilt, deren Mitglieder teilweise von der niederländischen Regierung und teilweise von der Europäischen Kommission ernannt werden.
In den Niederlanden bewerben sich neben Maastricht auch Utrecht, Den Haag, Den Bosch/Brabantstad und Leeuwarden/Friesland um den Titel.