Aachen bereitet Großausstellung 2014 vor
Die Periode Karls des Großen war für die Euregio Maas-Rhein das erste Mal, dass sie im Mittelpunkt europäischen Interesses stand. Karl der Große, auch "Pater Europae" genannt, herrschte zum Ende des 8. Jahrhunderts über große Teile Europas. Er wählte Aachen zur Hauptstadt seines Kaiserreichs, wo er den Königshof in eine Pfalz vom Range einer Reichsresidenz umgestaltete. Als christlicher Herrscher ließ er selbstverständlich eine Pfalzkapelle bauen, den Aachener Dom. Der Dom, eines der besterhaltenen Denkmäler der Karolingerzeit, wurde 1978 als erste deutsche Stätte auf die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
Im Jahr 2014 wird es genau 1200 Jahre her sein, dass Karl der Große in Aachen verstarb. Er hatte hier, an seiner wichtigsten Pfalz, die letzten Jahre seines Lebens und seiner Regierung verbracht hatte. Vor dem Hintergrund seines immensen Einflusses nicht nur auf die Aachener, sondern auf die gesamte europäische Geschichte finden 2014 in Aachen drei große Ausstellungen statt, die sich der Kultur und dem höfischen Leben Karls des Großen widmen. Für drei verschiedene Orte in Aachen, den Krönungssaal des Aachener Rathauses, das Centre Charlemagne am Katschhof (zurzeit im Bau) und die Domschatzkammer werden Ausstellungen organisiert.
« L’Europe pour nous est une tradition«
Europa, das sei eine Tradition für Aachen, so erklärte der Direktor des Kulturamtes der Stadt Aachen, Olaf Müller, vergangene Woche im CIDAL Paris (Centre d'information et de documentation sur l'Allemagne) die Hintergründe der Ausstellung. Die Tatsache, dass Karl der Große gut 20 Jahre seines Lebens in Aachen verbrachte und hier die Fäden europäischer Politik und Kultur zusammenliefen, dies gebe der Stadt Aachen eine besondere Verantwortung. Mit der Kulturhauptstadt Europas 2018 könnte für dieses besondere kulturelle Erbe ein neues Kapitel aufgeschlagen werden. Müller: "Wir wollen ein Labor sein für die Idee 'Europa'." Die große Ausstellung 2014 ist eine außergewöhnliche Möglichkeit, sich über die Ausmaße diesen Erbes umfassend zu informieren. Sie wird den Besuchern zugleich Gelegenheiten bieten, die Hinterlassenschaft Karls des Großen in der Umgebung unter die Lupe zu nehmen, insbesondere mit Hinblick auf den byzantinischen Einfluss auf Kunst und Kultur der Euregio Maas-Rhein.