Maastricht und die Euregio Maas-Rhein wollen Kulturhauptstadt von Europa 2018 werden. Sollte es gelingen, so wird dies große positive Auswirkungen für die gesamte Region, und eine Ausstrahlung auf ganz Europa haben. Dabei geht es nicht allein darum, ein spannendes Programm für das Jahr 2018 zu organisieren, sondern vor allem um der Euregio auf vielen Gebieten auf lange Sicht Impulse zu geben. Wenn Sie Fragen haben und mehr über die Hintergrunde erfahren möchten, dann werden Ihnen die folgenden Abschnitte sicherlich einen ersten Eindruck vermitteln können. Unter der Rubrik „Programm“ auf der Website finden Sie dann Weiteres über die Art und Weise wie Maastricht und die Euregio ihre Kandidatur in die Tat umsetzen.
1. Was ist eine Kulturhauptstadt?
Athen war in 1985 die erste Kulturhauptstadt Europas, als Folge einer Initiative der griechischen Schauspielerin und Sängerin Melina Mercouri. Jedes Jahr wird zwei europäischen Städten der Titel Kulturhauptstadt zuerkannt. Von diesen Städten erwartet man, dass sie ihren kulturellen Reichtum und das historische Kulturerbe - in all seinen Facetten - in einer spannenden und innovativen Art und Weise an die europäischen Bürger präsentieren. All dies in dem Gedanken, den gegenseitigen Respekt, und auch das Wissen der Europäer voneinander langfristig zu stärken. In 2018 werden Malta und die Niederlande an der Reihe sein um ihre Kulturhauptstadt zu präsentieren. Diese wird jeweils auf Vorschlag einer internationalen Jury durch die Europäische Kommission gewählt .
2. Warum Maastricht zusammen mit der Euregio?
Der Maastrichter Stadtrat hat beschlossen, dass sich Maastricht als niederländischer Kandidat für die Kulturhauptstadt bewirbt. Das will die Stadt jedoch nicht allein tun. Maastricht ergreift die Chance der Kulturhauptstadt um einem bedeutend größeren Gebiet einen positiven Impuls zu geben: der Euregio Maas-Rhein. Daher wird die Kandidatur zusammen mit den offiziellen Partnerstädten Heerlen, Sittard-Geleen, Aachen, Lüttich und Hasselt auf den Weg gebracht. Außerdem werden die Provinzen Niederländisch-Limburg, Belgisch-Limburg und Lüttich teilnehmen, ebenso wie die Deutsche Gemeinschaft in Belgien und die Regio Aachen. Das schließt folglich auch die anderen Städte aus den Provinzen und Regios mit ein, so dass letztlich die gesamte Euregio Maas-Rhein aktiv dabei ist. Alle Partner haben gemeinsam eine Übereinkunft unterzeichnet, die diese Zusammenarbeit besiegelt.
3. Euregio Maas-Rhein: Einheit in der Verschiedenheit!
Eine Euregio, aber viele Unterschiede!
Maastricht und die Euregio Maas-Rhein haben starke Argumente für ihre Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2018. Auf dem Knotenpunkt dreier Länder gelegen teilt man in diesem Gebiet eine Geschichte, die von ihren ganz eigenen kulturellen Ähnlichkeiten wie Unterschieden gezeichnet ist - Einheit in der Verschiedenheit. Diese Euregio mit ihren 3,9 Einwohnern, wo Dialekte und offizielle Sprachen quer durcheinander gesprochen werden, wo sichtbare Mischformen von germanischer und lateinischer Kultur leben, bietet sich in besonderer Weise an um den Weg in das neue Europa zu weisen. Ein Europa wo der Zusammenhang der Mitgliedsstaaten eine wahre Seele bekommt.
4. Warum Kulturhauptstadt?
Maastricht und die Euregio sind an einem Wendepunkt angelangt. Die Region liegt fern ab von den wirtschaftlichen und finanziellen Zentren der Niederlande, Deutschlands und Belgien. Wenn das Gebiet sich eine vitale Zukunft sichern will, bedarf es eines großen Sprungs nach vorn. Studien haben gezeigt, dass in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn eine bedeutende Chance für den Fortschritt in der Euregio liegt, sowohl im wirtschaftlichen Bereich, wie für den Arbeitsmarkt, den Tourismus, die Wissenschaft und die Ausbildung. Die Sprache der Kultur ist international. Durch die Kulturhauptstadt wird es gelingen, die Barrieren nationaler Grenzen zu überbrücken.
‚Via‘ ist das lateinische Wort für ‚Straße‘ oder ‚Weg‘. Der Titel VIA2018 wurde daher gewählt, um zu zeigen, dass wir unterwegs sind mit der Kandidatur - zunächst natürlich in der Bidbook-Phase zur ‚echten‘ Kandidatur in 2018. Doch VIA2018 bedeutet ebenso, dass es nicht lediglich um das Organisieren eines außergewöhnlichen Events für das Jahr 2018 geht. Das natürlich auch (!), allerdings soll die Kulturhauptstadt vor allem enorme und vielfaltige Impuls für Maastricht und die Euregio bedeuten. Wenn wir 2020 und später zurückschauen, muss klar erkennbar sein, dass unsere Region in kultureller, ökonomischer wie sozial-gesellschaftlicher Hinsicht vorangeschritten ist. Wir erstreben um ‚via 2018‘ nachhaltige Resultate zu erreichen.
Die Kosten für die Region werden auf etwa 60 bis 80 Millionen Euro geschätzt. Hierbei handelt es sich freilich um keinen festgelegten Betrag, sondern um eine Schätzung die auf Basis von Studien in vorherigen Kulturhauptstädten und deren Kandidaten vorgenommen wurde. Mehrere Partner werden einen Beitrag leisten. Einen Großteil werden die Stadt Maastricht, die Provinz Niederländisch-Limburg, die Partnerstädte, die Provinzen und Regios, die Europaische Union und der niederländische Staat aufbringen. Weiterhin sollen auch Unternehmen angesprochen werden. Für die Kulturhauptstadt gilt, dass sich alle Kosten auszahlen. Frühere Beispiele haben gezeigt, dass sich die Investierung lohnt, sowohl in materiellem Sinne wie in immateriellem, in kurzer und langer Hinsicht.
Die Resultate sind mannigfaltig – Das konnten wir aus vorherigen Kulturhauptstadten lernen. Die Kulturhauptstadt räumt der Kultur einen zentralen Platz in der Gesellschaft ein, sie stärkt den Stolz der Bewohner für ihre Umgebung, schafft direkte und indirekte Arbeitsplätze, sorgt für internationale Aufmerksamkeit, stärkt das Imago der (in unserem Fall) kompletten Euregio, festigt die Zusammenarbeit in der Euregio, kreiert eine Anziehungskraft für gutausgebildete ausländische Arbeitnehmer und sorgt für eine Verbesserung der Infrastruktur (Straßen und öffentliche Verkehrsmittel), den Wissenssektor und selbstverständlich den touristischen Bereich.
8. Hätten Sie mal ein Beispiel parat?
Im Ruhrgebiet hat der Kulturhauptstadt-Titel 2010 einer gesamten Region zu einer außergewöhnlichen Veränderung verholfen: Von einer grauen Industrieregion zur hippen Kulturmetropole mit grünem Image. Das Projekt hat zu neuen Investitionen von rund 500 Millionen Euro geführt, und dabei sein eigenes Budget von 61,5 Millionen Euro nicht überschritten. Auch Lille konnte davon überzeugen, dass es sich bei der Kulturhauptstadt um ein nachhaltiges Projekt handelt. Die Stadt wünschte sich, ihr negatives Image hinter sich lassen, das Bild eines regnerischen Lille mit viel Arbeitslosigkeit und sozialen Problemen. Tatsächlich haben die Stadt und der Stolz ihrer Bewohner durch die Kulturhauptstadt einen enormen Aufschwung erfahren. Heute erfreut sich Lille eines neuen Imagos – dem einer dynamischen, kulturell interessanten und angenehmen Wohnstadt.
Ruhr2010- von grau nach grün
9. Kann ich selber auch etwas tun?
Ja gerne! Die Kulturhauptstadt ist etwas von uns allen. Jeder gehört dazu: die kulturellen Einrichtungen, Menschen die hier wohnen und arbeiten, ob nun kulturell ‚aktiv‘ oder nicht. Musik, Theater, Film, Erzählkunst, bildende Kunst, Poesie, Tanz, Volkskultur, kulinarische Kultur oder Aktivität in der Landschaft. Gerade in dieser Diversität zeigt sich das größte kulturelle Kapital unserer Region. Wollen auch Sie Ihre Aktivitäten besser sichtbar machen? Suchen Sie noch nach Möglichkeiten um für ihre Projekte Verbindungen herzustellen zu anderen Menschen in der Euregio? Lassen Sie es uns wissen über unsere Denken-Sie-mit!-Seite.
10. Wie sieht die Planung aus?
Die Organisation ist in vollem Gange. Auf professionellem und administrativem Niveau wurden Vereinbarungen getroffen. Wir rufen kleine und größere kulturelle Einrichtungen, sowie individuelle Talente und Initiativnehmer dazu auf, mitzudenken über die inhaltlichen Linien des Bidbook. Wir starten Modellprojekte die der Euregio ein Gesicht geben. Hierzu arbeiten wir zusammen mit Universitäten, Hochschulen, Einrichtungen und Unternehmen. Zwischen Juni und Oktober 2011 werden wir alles was zusammengetragen wurde in tragende Themen übersetzen. Dann wird klar erkennbar, welche inhaltliche Richtung das Programm für 2018 einschlagen wird. Ende 2012 präsentieren wir das Bidbook an die Europäische Kommission in Brüssel. Die internationale Jury wird Beginn 2014 bekannt geben, welche niederländische Stadt den Titel zur Kulturhauptstadt zuerkannt bekommt.
Mit der Energie und der Veränderungskraft die aus der Ernennung zur Kulturhauptstadt erwachsen wollen wir Maastricht + Euregio Maas-Rhein auf neue Weise auf die europäische Landkarte bringen. Eine Qualitätsregion. Eine vielseitige Region. Eine Region die sich von anderen unterscheidet. Das Kulturhauptstadtjahr wird Stadt und Region dabei helfen, sich in wirtschaftlicher Hinsicht in ein nachhaltig stärkeres Gebiet zu entwickeln, in dem es sich gut leben lässt. Ein Gebiet in dem unsere Kinder mit Freude die helle Fackel weitertragen: erleuchtet und tatendurstig. Mit fast vier Millionen Einwohnern, dem eigentlichen kulturellen Kapital, will die se Region ein Beispiel für ein modernes Europa sein.
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Mailen Sie sie an info@via2018.eu